Mittwoch, 6. März 2013

Matteo Renzi bei Ballarò von Giovanni Floris.

Am 5.3.2013, einen Tag vor der Sitzung der Direktion der PD in Rom, war  Renzi bei einer der beliebten Talkshows im Italienischen Fernsehen.

Renzi bei Ballarò am 5.3.2013

Es war ein schöner Moment als Renzi auf die Frage, ob er nun als Kandidat zur Verfügung stehe, antwortete: Denken Sie denn, ich komme durch den Hintereingang zurück. Wissen Sie nicht, dass ich die Vorwahlen der PD verloren habe? Es gehört zur Glaubwürdigkeit eines Politkers, seine Versprechen zu halten. Damit stärkt er sich selbst, ohne Bersani zu schwächen, dem er verspricht, die PD nicht zu spalten, was garnicht so abwegig wäre, wenn man sich diesen Zusammenschluß aus linken Christdemokraten und Kommunisten (extrem gesehen) vor Augen führt. Vorerst sind die Angriffe von M5S und PDL abzuwehren und dies geht nur mit einer organisierten Kraft. M5S und PDL müssen sich nun an Bersani abarbeiten, denn vielleicht schafft er es sogar.

Renzi bei Ballarò 5.3.2013

Renzi antwortet auf alle Fragen, auch auf die unbequemen, direkt und mit offenem Visier. Er redet schneller als er denkt. Unglaublich. Aber die Gedanken sind klar und verständlich formuliert, selbst ich kann ihm mit meinen geringen Italienisch-Kenntnissen folgen.

Es gelingt ihm, das skeptische Publikum auf seine Seite zu ziehen. Es geht um Grillo, Berlusconi, um Monti, den er am 5.3. besucht hat. Ist doch schön wie er darstellt als er einmal Berlusconi besuchte, aber nur zum Mittagessen eingeladen wurde, denn irgendwie hat Berlusconi mit seinen Röntgen-Augen sofort verstanden, dass Renzi nichts für ein Abendessen mit anschließendem Bunga-Bunga wäre. Geistreiche Doppeldeutigkeit ohne jemanden direkt anzugreifen.

Italienische Leichtigkeit eben, auch in der Politik. Beneidenswert.

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