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| Grillo's Anhänger denken nur an die Spesenabrechnungen, so Renzi in seinem Beitrag in Turin |
Die Verschrottung hatte in gewissem Maße Erfolg. Unter den heutigen Parlamentariern fehlen so viele Namen, die die Berichterstattung über italienische Politik seit Jahren bestimmt haben. Der gegenwärtige Ministerpräsident Letta (ein Mittvierziger) repräsentiert die Generation zwischen denen, die "verschrottet" wurden und Renzi's Generation der Mittdreißiger.
Sein Buch enthält etwas Gossip: Franco Marini, der erste Kandidat für die Napolitano-Nachfolge, hat ihn vor der Wahl angerufen und an ihn appelliert, dass es nun wieder Zeit sei, einen katholischen Präsidenten der Republik zu bekommen. Aber Renzi trennt Funktion und Religion streng voneinander und ließ sich nicht vereinnahmen.
Als die Parteien um den Namen eines Premiers rangen, stand auch Renzi's Name auf der Liste. Er rief Angelino Alfano (Berlusconi's Adlatus) an, der gibt das Telefon weiter an Berlusconi, der wiederum den "caro sindaco" davon in Kenntnis setzt, dass die PdL nichts gegen einen Kandidaten des PD hätte. Im Buch skizziert Renzi das Gesrpäch mit Berlusconi so: "Semplicemente non vogliamo te, preferiamo Amato e Letta." Kurz und knapp: wir wollen nicht mit dir zusammenarbeiten, Amato und Letta sind uns lieber.
Im Buch geht es auch um Bersani's Fehler im Wahlkampf, die nach Renzi so aussahen:
- Inaktivität nach den gewonnenen Vorwahlen;
- Wortspiele statt Inhalte;
- mißlungene Vorschlägen für die Präsidentenwahl (erst Marini, dann Prodi).
Arbeit für junge Leute ist ebenso Thema wie die Opposition gegen die Trasse für Hochgeschwindigkeitszüge. Steuersenkungen machen nun Sinn.
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| Matteo Renzi: Oltre la rottamazione, Mondadori, Broschur 120 Seiten, 15 Euro |



