Donnerstag, 4. April 2013

Matteo Renzi bringt Bewegung ins Polit-Spiel


Matteo Renzi macht einen mutigen Schritt. Die italienische Presse, diesmal der Corriere della Sera, stürzt sich auf ihn, bietet ihm eine Plattform. Renzi nimmt das Angebot dankend an und spielt sofort auf Angriff.

Der Toskaner - eine vieldeutige Karikatur
Er fordert eine klare Entscheidung von seiner Partei: Verständigung mit Berlusconi oder Neuwahlen. Der Stillstand in Italien spielt nur der Anti-Politik in die Karten. Wenn es absolut nicht mit Berlusconi geht, weil er das Oberhaupt der "Nicht-Präsentablen" ist und Grillo jegliches Zusammengehen mit den Parteien ablehnt, dann bleiben eigentlich nur Neuwahlen.
Renzi will nicht kooptiert werden, will nicht als Feigenblatt seiner Partei herhalten, deshalb redet er mit der Presse und tritt bei Maria de Filippi auf, deren Publikum eine gute Zielgruppe für Renzi's Aufbegehren ist. Eine Partei kann sich eben nicht das Volk aussuchen, das sie wählen soll. Sondern die PD-Politiker sollen sich an die eigene Nase fassen und hinterfragen, ob man überhaupt versteht, was das Volk will. Was ist zu tun: ein neues Wahlrecht für einen klaren Gewinner nach der Wahl, Abschaffung des Senats und Bildung einer Länderkammer mit den Vertretern der Regionen und den Bürgermeistern der Großstädte, die monatlich unentgeltlich in Rom tagen sollen. Das hilft, die Kosten für die Politik zu reduzieren. Sechs Monate bräuchte man für diese Änderungen.
Renzi ist stolz und will gegenhalten, sich nicht von der 5-Sterne-Bewegung demütigen lassen, wie es Bersani geschah als er sich auf das Live-Streaming seiner Gespräche mit den Vertretern der Grillo-Bewegung einließ. Die Politik ist nur zu retten, wenn die Politiker wieder das Heft in die Hand nehmen, vorangehen und schnelle Reformen einleiten: Senat abschaffen, Provinzen abschaffen, etc. Entbürokratisierung, Antragsbearbeitung On-Line, etc. Arbeit. Renzi will nicht von den Leuten in der Parteiführung legitimiert werden, die er eigentlich "verschrotten" möchte. Italien braucht Perspektiven. Und was sagt Bersani dazu? "Il Toscano" und meint Renzi, der aus der Toscana stammt, aber gleichzeitig das berühmte, gleichnamige Zigarillo. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen