Sonntag, 14. April 2013

Matteo Renzi versus Bersani

Nun haben die Italiener endlich Streitigkeiten in der Partito Democratico (PD). Renzi wurde nicht als Vertreter der Toskana für die Präsidentenwahl am 18. April benannt. Das mag ihn gekränkt haben.
Dann bezeichnet ihn Bersani, sein Parteivorsitzender, als arrogant, nur weil jener ihm vorgeworfen hatte, dass er eine Demütigung durch die Vertreter der M5S hingenommen hat und dass es einfach nicht vorwärts geht mit der Regierungsbildung in Italien. Bersani hat ja eigentllich sein Mandat zur Bildung der Regierung noch nicht zurückgegeben. Nun scheint er auf Zeit zu spielen bis der neue Präsident oder die neue Präsidentin da ist. Emmo Bonino, eine Vorkämpferin der legalen Abtreibung und Vertreterin der Trennung von Staat und Kirche, liegt in den Vorhersagen vorn. Bersani spielt auf Zeit. Und nun nimmt auch der Tagesspiegel vom 12.4. das Thema Renzi wahr.

Tagesspiegel online 12.4.
Berlusconi herausfordern hat in Bari vor (angeblichen) 150.000 Anhängern für den Fall von Neuwahlen, seine Kandidatur ankündigt. Mutig. Mutig. Stampa.it titelt am 13.4.

Berlusconi: Regierung mit der PDL oder Neuwahlen im Juni
Berlusconi ist Jahrgang 1936, fast so alt wie Renzi's Großmutter (lebt sie noch?). Aber er will es noch einmal wissen. Der Schriftzug SILVIO feiert seinen Vornamen. Unglaublich. Und Renzi? Er möchte ihn nicht ins Gefägnis, sondern in Rente schicken.

Renzi - ich möchte Berlusconi bei Neuwahlen herausfordern
Bersani laviert und dies sehr geschickt. Dabei ist das Bruttoinlandsprodukt über die Diskussionen schon um ein 1% in den letzten 50 Tagen gesunken, wie Giorgio Squinzi (Präsident der Confindustria) vor 1.500 Unternehmern am Samstag in Turin behauptet hat. Die Presse und das Fernsehen dramatisieren die wirtschaftliche Situation und die Verzweiflung der Menschen in Italien. Es muss gehandelt werden. Von Grillo kommen nur Befehle an seine Mannschaften. Er wartet, die Zeit arbeitet für ihn. Seine Bewegung M5S ist der dritte Akteur auf der politischen Bühne und im Augenblick die einzige Wahlgruppierung, die an ihrem Versprechen, nicht mit den Parteien zu koalieren, festhält. Bersani und Berlusconi sprechen miteinander und sogleich beschwört die Presse den "historischen Kompromiss" in den siebziger Jahren zwischen Aldo Moro (DC) und Enrico Berlinguer (PCI).

Und dann gibt es Streit in der Linken. Das spielt nur dem politischen Gegner in die Karten. Wer warf den ersten Stein?

Der Corriere Fiorentino sieht schon den totalen Bruch zwischen Bersani und Renzi
Renzi antwortet nich einmal auf die Anrufe seines Parteivorsitzenden. Ist das schon die offene Rebellion? Die Presse macht es zu dem. 


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